„Für die Sache der Freikörperkultur begeistern”

FSG NW - Präsident Günther Hedderich denkt über die Bedeutung des Pfingstfestes nach

Liebe Freundinnen und Freunde der Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen,

Pfingsten steht vor der Tür. Welche Bedeutung dieses christliche Fest hat, vergegenwärtigen wir nur selten. Stattdessen genießen wir die zusätzlichen freien Tage, gestalten diese Freizeit auf den Vereinsgeländen unserer naturistischen Sportvereine. Es ist das Fest des Heiligen Geistes. Ohne an dieser Stelle die theologische Tiefe des Heiligen Geistes darstellen zu wollen, möchte ich die Gelegenheit nutzen, darauf hinzuweisen, woran Pfingsten Naturistinnen und Naturisten erinnern könnte.

Pfingsten erzählt darüber, welcher Geist möglicherweise in unseren FSG NW - Sportvereinen herrscht. Vielen Naturistinnen und Naturisten gilt es, das eigene Erbe zu bewahren. Diejenigen, die vor vierzig, fünfzig Jahren die FSG NW - Mitgliedsvereine aufgebaut haben, möchten, dass die Freikörperkultur weiter lebt. Sie genießen den Lebensabend in den Vereinen. Sie spielen dort Petanque, gehen zum Vereinsschwimmen und genießen einfach die Gemeinschaft untereinander. Sie sind geprägt von ganz bestimmten Ideen naturistischen Lebens bis hin zu einem puristischen Verständnis.

Es drängen junge Menschen, insbesondere junge Familien in die Vereine der FSG NW. Sie sind ganz anders geprägt. Sie haben Freude am Nacktsein, verbinden dies mit dem Sport. Für sie ist die Freikörperkultur ein Lebensgefühl, weniger eine Lebenshaltung. Sie möchten sich in der Gemeinschaft der FSG NW - Mitgliedsvereine genauso wohl fühlen wie die älteren Mitglieder, für die die FSG - Mitgliedsvereine zurecht ein Zuhause sind.

In den Mitgliedsvereinen brauchen wir den Einfallsreichtum, um die jungen Menschen für die Sache der Freikörperkultur begeistern zu können. Die junge Generation scheint nach neuen Sportarten zu rufen, denen sich die naturistische Bewegung öffnen muss. Inwieweit Trendsportarten Einzug in die FSG NW - Mitgliedsvereine halten müssen, mag vor Ort geklärt werden. Es darf sicher keine Berührungsängste gegenüber Menschen geben, die der sogenannten freien Szene zugehörig sind und alternative Formen der Freikörperkultur leben.

Es sind immer wieder Diskussionen zu erleben, wie sehr sogenannte Körpermodifikationen in der Freikörperkultur tolerierbar sind. Es mag dahingestellt sein, was jede(r) einzelne davon halten mag. Es ist aber nicht diskutabel, dass es Zeiterscheinungen sind. Diesen Moden muss die FSG NW offen gegenüber stehen, sonst werden die FSG NW - Vereine irgendwann ihr ganz eigenes Pfingstereignis erleben, so wie es in der Apostelgeschichte im Neuen Testament steht:

„Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.” (Apg 2, 1- 4)

In diesem Sinne wünscht ein frohes Pfingstfest
Günther Hedderich
Präsident der FSG NW


Foto: Detlef Schleicher


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