1927   -   Hamburg und die natürliche Nacktheit



Für den Hochsommer des Jahres 1927 hat die Stadt Hamburg für Kinder eine Wiese in der Nähe des
Wasserturms (das heutige Planetarium) zur Verfügung gestellt, auf der die Kleinen unbekümmert nackt
herumtoben, spielen und auch planschen durften. Zu diesem Zweck wurde auch eine kleine Wasser-
fontäne errichtet.


Hintergrund
Einen Wasserspielplatz - wie es ihn heute gibt - existierte damals noch nicht. Der Stadtpark mit seinen
vielen kleinen Gärten diente der Erholung und Entspannung. Zudem verfügten die wenigsten Wohnungen
damals über eigene Badezimmer oder Duschen, vielfach gab es lediglich Baderäume für eine ganze
Hausgemeinschaft im Kellerbereich.

Ein wesentlich ernsterer Hintergund war aber, dass in den ärmeren Vierteln immer wieder die Cholera
ausbrach und in Folge dessen die Sterblichkeitsrate, gerade bei den kleineren Kindern, extrem hoch war.
Da bot es sich natürlich im Sommer an, zumindest für die Kinder eine vergnügliche Duschgelegenheit zu
schaffen.
Schulkinder hatten es etwas einfacher, ihnen wurde die Möglichkeit gegeben, die Duschen der Schule
nach dem Unterricht zu nutzen. Das Bild zeigt den Duschraum der Schule Lämmersieth in Hamburg-
Barmbek in eben dieser Zeit.

Der alte Wasserturm,
das heutige Planetarium


Quellen:
- beide Kinderbilder: © Peter Bischoff - 1927
- »Lachendes Leben« - Heft 7/1927
- Bild: Dusche, Schule Lämmersieth - aus Privatbesitz





© Raimond Spekking
CC-BY-SA-3.0
(via Wikimedia Commons)
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